ISO 17100 und ISO 18587
Quanto sono compatibili la ISO 17100 e la ISO 18587?
Lesezeit: ca. 18 Minuten | Autor: Redaktion LinquaCert
#ISO18587
#Zertifizierung
ISO 17100 und ISO 18587 sind die beiden massgeblichen internationalen Normen für professionelle Übersetzungsdienstleistungen. ISO 17100 definiert die Anforderungen an rein humane Übersetzungsprozesse, während ISO 18587 den Post-Editing-Prozess nach maschineller Übersetzung normiert. Beide Normen ergänzen sich in modernen Übersetzungsworkflows, setzen aber unterschiedliche Qualitätsmassstäbe, Qualifikationsanforderungen und Dokumentationspflichten. Für Übersetzungsbüros und -agenturen, die sowohl klassische als auch technologiegestützte Projekte anbieten, stellt sich daher eine zentrale Frage: Wie kompatibel sind diese beiden Normen tatsächlich – und lohnt sich eine Doppelzertifizierung?
Kurz zusammengefasst
ISO 17100 und ISO 18587 verfolgen dasselbe Ziel – nachweisbare Übersetzungsqualität – greifen jedoch an unterschiedlichen Punkten des Prozesses an und lassen sich in einem einzigen Qualitätsmanagementsystem kombinieren.
Eine Doppelzertifizierung nach beiden Normen erlaubt es Übersetzungsdienstleistern, ein breiteres Leistungsspektrum gegenüber Unternehmenskunden nachzuweisen und sich in Ausschreibungen klar zu differenzieren.
Die Vorbereitung auf beide Normen gleichzeitig erfordert klar strukturierte interne Prozesse, vollständige Dokumentation und den Nachweis qualifizierter Fachkräfte – sowohl für humane Übersetzung als auch für das Post-Editing maschineller Ausgaben.
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Wichtiger Hinweis
ISO 17100 und ISO 18587 sind keine Zertifizierungen, die automatisch erteilt werden. Der Nachweis der Norm-Konformität erfolgt durch ein unabhängiges Audit einer akkreditierten Zertifizierungsstelle. LinquaCert ist als unabhängige Schweizer Zertifizierungsgenossenschaft nach ISO/IEC 17021 akkreditiert und prüft die Einhaltung beider Normen durch strukturierte Auditverfahren.
Das Wichtigste in Kürze
ISO 17100 normiert den vollständig humanen Übersetzungsprozess inklusive Revision, während ISO 18587 den Post-Editing-Schritt nach maschineller Übersetzung reguliert – beide Normen können parallel und ergänzend angewendet werden.
Übersetzungsdienstleister, die beide Normen erfüllen, können je nach Auftragslage flexibel zwischen zwei zertifizierten Workflows wechseln und gegenüber Kunden in regulierten Branchen einen dokumentierten Qualitätsnachweis erbringen.
Die Zertifizierung nach ISO 17100 und ISO 18587 ist zeitlich begrenzt und erfordert regelmässige Überwachungsaudits sowie eine strukturierte Erneuerung – ein klarer Anreiz, die internen Qualitätsprozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Praxis-Einschätzung der Experten von LinquaCert
„In unserer Auditerfahrung erleben wir häufig, dass Übersetzungsbüros eine der beiden Normen bereits gut kennen und die andere unterschätzen. ISO 18587 wird oft als ‚leichtere‘ Norm betrachtet – dabei stellt sie an die Qualifikation der Post-Editoren und die Dokumentation des maschinellen Übersetzungssystems teils strengere Anforderungen, als viele Dienstleister erwarten. Wer beide Normen konsequent implementiert, schafft eine Prozesslandschaft, die nicht nur Audits standhält, sondern auch intern zu deutlich weniger Qualitätsproblemen führt.“
— Experten von LinquaCert, Zürich
Was sind ISO 17100 und ISO 18587 und warum existieren beide Normen?
ISO 17100 und ISO 18587 sind internationale Normen der ISO-Organisation (International Organization for Standardization), die spezifisch für die Übersetzungsindustrie entwickelt wurden. ISO 17100, erstmals veröffentlicht im Jahr 2015, ersetzt die frühere europäische Norm EN 15038 und definiert Anforderungen an Übersetzungsdienstleistungen auf Basis vollständig humaner Übersetzungsprozesse. ISO 18587, veröffentlicht im Jahr 2017, schliesst die Lücke, die durch den massenhaften Einsatz maschineller Übersetzungssysteme entstanden ist, und normiert den anschliessenden Post-Editing-Prozess durch qualifizierte Fachkräfte.
Beide Normen existieren nebeneinander, weil sie auf grundlegend unterschiedlichen Produktionsprozessen beruhen. Die Frage, warum die ISO nicht eine einzige, übergreifende Norm erlassen hat, beantwortet sich durch den unterschiedlichen Charakter der Prozesse: Ein vollständig human erstellter Text folgt anderen Qualitäts- und Verantwortungslogiken als ein maschinell erzeugter und anschliessend menschlich überarbeiteter Text.
Welches Problem löst ISO 17100 im Bereich der professionellen Übersetzung?
Vor der Einführung von ISO 17100 fehlte ein weltweit einheitlicher Standard, der definiert, was eine «professionelle» Übersetzungsdienstleistung ausmacht. Unternehmenskunden konnten die Qualität von Angeboten verschiedener Dienstleister kaum objektiv vergleichen. ISO 17100 schafft hier Transparenz: Sie legt verbindlich fest, welche Qualifikationen Übersetzer und Revisoren mitbringen müssen, wie der Übersetzungsprozess strukturiert sein muss und welche Vertragspflichten der Dienstleister gegenüber dem Auftraggeber hat. Sie macht Qualität messbar und vergleichbar. Welche konkreten Vorteile das für Ihr Unternehmen bedeutet, erläutert unser Beitrag zu ISO 17100 für Übersetzungsdienstleister.
Welches Problem löst ISO 18587 im Bereich der maschinellen Übersetzung mit Post-Editing?
Maschinelle Übersetzung hat sich in wenigen Jahren von einer Randerscheinung zum Standardwerkzeug entwickelt. Damit entstand ein neues Qualitätsproblem: Wer überprüft die Ausgabe der Maschine? Wie viel menschliche Überarbeitung ist notwendig, um ein akzeptables Ergebnis zu erzielen? ISO 18587 gibt darauf strukturierte Antworten. Sie definiert, was ein Post-Editor leisten muss, welche Qualifikationen er nachweisen soll und welche Kontrollschritte nach dem Post-Editing stattfinden müssen – unabhängig davon, welches maschinelle Übersetzungssystem eingesetzt wird.
Wo endet ISO 17100 und wo beginnt ISO 18587?
Die Trennlinie zwischen beiden Normen verläuft am Ursprung des Zieltextes. Sobald ein Text vollständig von einem menschlichen Übersetzer erstellt wird, gilt ISO 17100. Wird der Zieltext initial von einer Maschine generiert und dann von einem Menschen überarbeitet, tritt ISO 18587 in Kraft. ISO 17100 schliesst den Einsatz von Translation-Memory-Systemen nicht aus, sofern der Übersetzer den gesamten Zieltext inhaltlich verantwortet. ISO 18587 hingegen setzt explizit voraus, dass ein maschinelles Übersetzungssystem den Ausgangstext bereits vollständig übertragen hat.
Was regelt ISO 17100 konkret für Übersetzungsdienstleister?
ISO 17100 ist eine umfassende Prozessnorm. Sie beschreibt nicht nur, wer übersetzen darf, sondern auch, wie der gesamte Dienstleistungsprozess vom ersten Kundenkontakt bis zur Lieferung des finalen Textes ablaufen soll. Übersetzungsdienstleister, die eine ISO-17100-Zertifizierung anstreben, müssen nachweisen, dass ihre Abläufe, ihre Mitarbeitenden und ihre Dokumentation den Vorgaben der Norm vollständig entsprechen.
Welche Anforderungen stellt ISO 17100 an den Übersetzungsprozess?
ISO 17100 gliedert den Übersetzungsprozess in klar definierte Schritte: Vorproduktion (Analyse, Machbarkeit, Vorbereitung), Produktion (Übersetzung, Revision, Korrekturlesen) und Nachproduktion (finale Qualitätskontrolle, Lieferung). Jeder Schritt muss dokumentiert sein. Besonders hervorzuheben ist, dass ISO 17100 die Revision als verpflichtenden Schritt vorschreibt – die Revision durch eine vom Übersetzer verschiedene Person ist keine Option, sondern ein verbindliches Strukturelement der Norm.
Welche Qualifikationen müssen Übersetzer nach ISO 17100 nachweisen?
ISO 17100 definiert konkrete Mindestqualifikationen für Übersetzer. Anerkannt sind ein einschlägiger Hochschulabschluss in Übersetzung oder Dolmetschen, ein gleichwertiger Abschluss in einem anderen Fachgebiet kombiniert mit mindestens zwei Jahren nachweisbarer Berufserfahrung, oder mindestens fünf Jahre dokumentierte Berufserfahrung als Übersetzer ohne entsprechenden Abschluss. Für Revisoren gelten vergleichbare Anforderungen. Diese Qualifikationsnachweise müssen vom Übersetzungsdienstleister systematisch erfasst und aufbewahrt werden.
Was versteht ISO 17100 unter dem Vier-Augen-Prinzip?
Das sogenannte Vier-Augen-Prinzip ist ein zentrales Element der ISO 17100. Es verlangt, dass jede fertige Übersetzung von einer zweiten, qualifizierten Person geprüft wird, die nicht identisch mit dem Übersetzer ist. Diese Person – der Revisor – prüft die Übersetzung auf sprachliche und fachliche Korrektheit, Terminologiekonsistenz und die Einhaltung der Kundenvorgaben. Der Revisor muss dieselben oder gleichwertige Qualifikationsanforderungen wie der Übersetzer erfüllen. Dieses Prinzip ist nicht optional und bildet einen der häufigsten Prüfpunkte im Zertifizierungsaudit.
Welche Projektmanagement- und Vertragspflichten enthält ISO 17100?
ISO 17100 stellt auch an das Projektmanagement klare Anforderungen. Der Dienstleister muss vor der Auftragsannahme eine Machbarkeitsanalyse durchführen, die Rahmenbedingungen (Umfang, Fristen, Ressourcen, Vertraulichkeit) schriftlich festhalten und sicherstellen, dass alle relevanten Kundenvorgaben an die beteiligten Fachkräfte weitergegeben werden. Verträge oder Vereinbarungen müssen die Haftungs- und Vertraulichkeitsaspekte regeln. Diese Dokumentationspflichten sind während eines Audits vorzuweisen.
Was regelt ISO 18587 konkret für den Post-Editing-Prozess?
ISO 18587 normiert den Post-Editing-Prozess nach vollständiger maschineller Übersetzung (Full Machine Translation Output). Die Norm gilt ausdrücklich nur für den Fall, dass ein vollständiger maschinell erzeugter Zieltext nachbearbeitet wird – nicht für den Einsatz von Translation Memories im humanen Übersetzungsprozess. Die ISO-18587-Zertifizierung weist nach, dass ein Dienstleister diesen Prozess systematisch und nachvollziehbar gestaltet hat.
Was ist der Unterschied zwischen Full Post-Editing und Light Post-Editing nach ISO 18587?
ISO 18587 unterscheidet zwei Stufen der Nachbearbeitung. Beim Full Post-Editing (vollständige Nachbearbeitung) wird die maschinelle Ausgabe so überarbeitet, dass das Ergebnis einer vollständig human erstellten Übersetzung entspricht – in Bezug auf Korrektheit, Stil und Registerkonsistenz. Beim Light Post-Editing (leichte Nachbearbeitung) werden nur grobe Fehler korrigiert, ohne stilistische Optimierung anzustreben. Das Ziel ist ein verständlicher, sachlich korrekter Zieltext, nicht ein publikationsreifer Text. Welche Stufe angewendet wird, muss zwischen Dienstleister und Auftraggeber vor der Auftragsannahme schriftlich vereinbart werden.
Welche Qualifikationen müssen Post-Editoren nach ISO 18587 mitbringen?
ISO 18587 verlangt von Post-Editoren sowohl übersetzerische Kompetenz als auch Kenntnisse im Umgang mit maschinellen Übersetzungssystemen. Konkret muss ein Post-Editor die Fähigkeit besitzen, Fehler maschineller Übersetzung systematisch zu erkennen, zu klassifizieren und zu korrigieren. Die Qualifikationsanforderungen orientieren sich dabei an jenen der ISO 17100, erweitert um spezifische Kompetenzen im Bereich der maschinellen Übersetzung. Die Dokumentation dieser Qualifikationen ist – wie bei ISO 17100 – obligatorisch und wird im Audit geprüft.
Welche Qualitätssicherungsschritte schreibt ISO 18587 vor?
ISO 18587 schreibt vor, dass nach dem Post-Editing eine strukturierte Qualitätsprüfung stattfindet. Diese umfasst mindestens die Prüfung auf vollständige und korrekte Wiedergabe des Quellinhalts, die Prüfung auf terminologische Konsistenz und die Einhaltung der vereinbarten Nachbearbeitungsstufe. Ob eine zusätzliche Revision durch eine weitere Person erforderlich ist, hängt von der vereinbarten Nachbearbeitungsstufe und den Kundenvorgaben ab. Die Norm macht hier bewusst einen Unterschied zu ISO 17100, da die Qualitätssicherungslogik beim Post-Editing andere Schwerpunkte setzt als bei der rein humanen Übersetzung.
Wie definiert ISO 18587 akzeptable Ausgabequalität maschineller Übersetzung?
ISO 18587 definiert die akzeptable Ausgabequalität in Abhängigkeit von der gewählten Nachbearbeitungsstufe und den vor Auftragsannahme dokumentierten Qualitätszielen. Beim Full Post-Editing ist die Akzeptanzgrenze die Vergleichbarkeit mit einer humanen Übersetzung. Beim Light Post-Editing gilt ein Text als akzeptabel, wenn er sachlich korrekt und verständlich ist. Die Norm verlangt ausserdem, dass der Dienstleister das eingesetzte maschinelle Übersetzungssystem dokumentiert und dessen Eignung für den jeweiligen Sprachpaar- und Domänenkontext bewertet – ein Aspekt, den viele Dienstleister im Voraudit unterschätzen.
Wie ergänzen sich ISO 17100 und ISO 18587 in einem modernen Übersetzungsworkflow?
In der Praxis bieten viele Übersetzungsdienstleister heute sowohl humane Übersetzung als auch MT-Post-Editing an. Die Kombination beider Workflows ist technisch und organisatorisch möglich – setzt aber voraus, dass die internen Prozesse klar getrennt und dokumentiert sind. Die gleichzeitige Konformität mit ISO 17100 und ISO 18587 ist kein Widerspruch, sondern eine logische Erweiterung des Qualitätsmanagementsystems.
Wann sollte ein Dienstleister nach ISO 17100 arbeiten und wann nach ISO 18587?
Die Entscheidung, welcher Workflow für einen konkreten Auftrag gilt, hängt von mehreren Faktoren ab: dem Texttyp, der geforderten Zielqualität, der verfügbaren Zeit und den Vorgaben des Auftraggebers. Für rechtliche, medizinische oder literarische Texte, bei denen höchste sprachliche Präzision und Verantwortung des Übersetzers gefordert sind, empfiehlt sich der ISO-17100-konforme Workflow. Für interne Kommunikation, einfache Informationstexte oder grosse Volumen mit engen Zeitfenstern kann der ISO-18587-konforme Post-Editing-Workflow eine strukturierte und nachweislich qualitätsgesicherte Alternative sein. Wie sich maschinelle Übersetzung professionell einsetzen lässt und warum ISO 18587 dabei eine zentrale Rolle spielt, zeigt unser weiterführender Beitrag zu diesem Thema.
Wie lässt sich ein kombinierter Workflow aufbauen, der beide Normen erfüllt?
Ein kombinierter Workflow erfordert klare Prozessweichen: Im Auftragsmanagement muss bereits bei der Machbarkeitsanalyse definiert werden, welcher Workflow für den jeweiligen Auftrag aktiviert wird. Beide Prozesse werden parallel im Qualitätsmanagementsystem dokumentiert, mit unterschiedlichen Prozessbeschreibungen, Qualifikationsnachweisen und Qualitätssicherungsprotokollen. Die Auswahl des Workflows muss für jeden Auftrag nachvollziehbar sein und in der Projektdokumentation festgehalten werden. Dieser Ansatz erlaubt es, mit einem einzigen Qualitätsmanagementsystem zwei Normen gleichzeitig zu erfüllen.
Welche Dokumentationspflichten entstehen, wenn beide Normen gleichzeitig angewendet werden?
Bei gleichzeitiger Anwendung von ISO 17100 und ISO 18587 steigen die Dokumentationspflichten entsprechend. Für jeden Auftrag muss erkennbar sein: Welcher Workflow wurde verwendet? Wer hat übersetzt oder post-editiert? Welche Qualifikationsnachweise liegen vor? Welche Qualitätskontrollschritte wurden durchgeführt? Zudem muss das eingesetzte maschinelle Übersetzungssystem als Teil der ISO-18587-Dokumentation erfasst sein. Die Herausforderung liegt nicht in der Komplexität der einzelnen Anforderungen, sondern in der konsequenten und lückenlosen Umsetzung über alle Aufträge hinweg.
ISO 17100 und ISO 18587 im direkten Vergleich
| Merkmal | ISO 17100 | ISO 18587 |
|---|---|---|
| Campo di applicazione | Vollständig human erstellte Übersetzungen | Post-Editing nach vollständiger maschineller Übersetzung |
| Erstveröffentlichung | 2015 | 2017 |
| Vier-Augen-Prinzip | Verpflichtende Revision durch separate Person | Qualitätsprüfung nach Post-Editing, abhängig von vereinbarter Stufe |
| Qualifikation der Fachkraft | Übersetzerischer Abschluss oder dokumentierte Berufserfahrung | Übersetzerische Kompetenz plus Kenntnisse in maschineller Übersetzung |
| Qualitätsstufen | Einheitlicher Standard für alle Übersetzungsaufträge | Full Post-Editing und Light Post-Editing als zwei definierte Stufen |
| MT-System-Dokumentation | Nicht Gegenstand der Norm | Obligatorisch: System, Sprachpaar, Domäneneignung |
| Kombinierbar? | Ja, im selben QM-System kombinierbar mit ISO 18587 | Ja, im selben QM-System kombinierbar mit ISO 17100 |
| Typische Branchen | Recht, Medizin, Technik, Behörden, Literatur | E-Commerce, Unternehmenskommunikation, Software-Lokalisierung |

Welche Unterschiede bestehen zwischen einer Zertifizierung nach ISO 17100 und ISO 18587?
Zertifizierungen nach ISO 17100 und ISO 18587 folgen demselben grundsätzlichen Auditprinzip, unterscheiden sich jedoch in den geprüften Inhalten, den Dokumentationsschwerpunkten und teilweise in der Audittiefe. Beide Zertifizierungen können bei akkreditierten Stellen wie LinquaCert beantragt werden – getrennt oder kombiniert im Rahmen eines koordinierten Auditverfahrens.
Welche Zertifizierungsstellen sind für ISO 17100 und ISO 18587 akkreditiert?
Zertifizierungsstellen, die ISO 17100 oder ISO 18587 ausstellen möchten, müssen selbst nach ISO/IEC 17021 akkreditiert sein. Diese Akkreditierung bestätigt, dass die Zertifizierungsstelle unabhängig, kompetent und nach anerkannten Auditstandards vorgeht. LinquaCert ist als Schweizer Genossenschaft nach ISO/IEC 17021 akkreditiert und auf die Zertifizierung von Übersetzungsdienstleistern spezialisiert. Was diese Norm für die Vertrauenswürdigkeit einer Zertifizierungsstelle bedeutet, erläutert unser Beitrag zu ISO/IEC 17021 als Grundlage für vertrauenswürdige Zertifizierungsstellen. Die Akkreditierung stellt sicher, dass ausgestellte Zertifikate international anerkannt sind.
Wie läuft ein Zertifizierungsaudit für ISO 17100 ab?
Ein Zertifizierungsaudit nach ISO 17100 beginnt in der Regel mit einer Dokumentenprüfung (Stufe 1), in der der Auditor prüft, ob die schriftlichen Prozessbeschreibungen, Qualifikationsnachweise und Vorlagen den Normvorgaben entsprechen. In der zweiten Stufe folgt das eigentliche Systemaudit: Der Auditor prüft vor Ort oder remote, ob die dokumentierten Prozesse auch in der Praxis gelebt werden. Er prüft Stichproben abgeschlossener Projekte, Qualifikationsnachweise der eingesetzten Übersetzer und Revisoren sowie Vertragsdokumentation und Qualitätssicherungsprotokolle. Nach erfolgreichem Abschluss wird das Zertifikat ausgestellt.
Wie läuft ein Zertifizierungsaudit für ISO 18587 ab?
Das Auditverfahren für ISO 18587 folgt strukturell demselben zweistufigen Ablauf wie bei ISO 17100. Die inhaltlichen Schwerpunkte unterscheiden sich jedoch: Der Auditor prüft die Dokumentation des eingesetzten maschinellen Übersetzungssystems, die Qualifikationsnachweise der Post-Editoren, die Unterscheidung und korrekte Dokumentation zwischen Full und Light Post-Editing sowie die Qualitätskontrollschritte nach dem Post-Editing. Ein häufiger Befund in Voraudits ist die unvollständige Dokumentation des maschinellen Systems und fehlende schriftliche Vereinbarungen über die angewendete Nachbearbeitungsstufe.
Was kostet eine Zertifizierung nach ISO 17100 oder ISO 18587?
Die Kosten einer Zertifizierung hängen von verschiedenen Faktoren ab: Grösse des Unternehmens, Anzahl der auditierten Standorte, Komplexität der Prozesse und ob eine Einzel- oder Doppelzertifizierung beantragt wird. LinquaCert erstellt auf Basis einer unverbindlichen Erstanfrage ein individuelles Angebot. Pauschale Preisangaben ohne Kenntnis Ihrer spezifischen Situation wären nicht seriös, weshalb LinquaCert darauf verzichtet.
Wie lange ist eine Zertifizierung nach ISO 17100 oder ISO 18587 gültig?
ISO-Zertifizierungen nach ISO 17100 und ISO 18587 sind in der Regel für einen Zeitraum von drei Jahren gültig. Innerhalb dieses Zyklus finden jährliche Überwachungsaudits statt, die sicherstellen, dass die Normkonformität kontinuierlich aufrechterhalten wird. Nach drei Jahren ist eine vollständige Rezertifizierung erforderlich. LinquaCert informiert zertifizierte Dienstleister rechtzeitig vor Ablauf der Gültigkeit und begleitet den Erneuerungsprozess. Eine Übersicht der aktuellen Zertifikate ist auf der Website von LinquaCert einsehbar.
Welche Vorteile bringt eine Doppelzertifizierung nach ISO 17100 und ISO 18587?
Eine Doppelzertifizierung nach ISO 17100 und ISO 18587 signalisiert potenziellen Kunden, dass ein Übersetzungsdienstleister in der Lage ist, sowohl vollständig humane als auch technologiegestützte Übersetzungsprozesse auf nachweislich hohem Qualitätsniveau durchzuführen. Dies ist ein strategisch relevanter Vorteil in einem Markt, in dem Unternehmenskunden zunehmend beide Optionen in Anspruch nehmen möchten.
Wie wirkt sich die Doppelzertifizierung auf die Wettbewerbsfähigkeit aus?
Dienstleister mit Doppelzertifizierung können gegenüber Kunden dokumentieren, dass sie für unterschiedliche Anforderungsprofile den jeweils passenden, normkonformen Workflow bereitstellen. Dies schafft Vertrauen und vereinfacht die Lieferantenqualifizierung auf Kundenseite erheblich. In Ausschreibungen, bei denen ISO-Norm-Konformität als Bewerbungsvoraussetzung aufgeführt ist, eröffnet die Doppelzertifizierung den Zugang zu Aufträgen, für die ein einzeln zertifizierter Anbieter möglicherweise nicht in Frage kommt.
Warum akzeptieren Unternehmenskunden eher Angebote von zertifizierten Dienstleistern?
Unternehmenskunden – insbesondere in grossen Konzernen oder öffentlichen Institutionen – sind häufig verpflichtet, ihre Lieferantenbasis nach nachprüfbaren Qualitätskriterien zu qualifizieren. Ein ISO-Zertifikat erleichtert diese Qualifizierung erheblich, weil es von einer unabhängigen, akkreditierten Stelle ausgestellt wurde und nicht durch Eigenauskünfte des Anbieters ersetzt werden kann. Der Vertrauensgewinn durch ein solches Qualitätsnachweis-Dokument ist besonders in Märkten relevant, in denen Übersetzungsfehler rechtliche, medizinische oder regulatorische Konsequenzen haben können.
Welche Branchen fordern ISO 17100 oder ISO 18587 als Voraussetzung für Aufträge?
ISO 17100 wird besonders häufig in der Pharmaindustrie, im Medizinproduktebereich, in der Rechtsbranche, bei Behörden und in der technischen Dokumentation vorausgesetzt oder bevorzugt. ISO 18587 gewinnt in Branchen mit hohem Textvolumen und mittleren Qualitätsanforderungen an Bedeutung – etwa im E-Commerce, in der Softwarelokalisierung oder in der internen Unternehmenskommunikation multinationaler Unternehmen. Die Anforderungen variieren je nach Ausschreibung und Region, aber der Trend zu normierten Qualitätsnachweisen ist in allen genannten Sektoren deutlich erkennbar.
Wie bereiten sich Übersetzungsdienstleister 2026 auf eine Zertifizierung nach ISO 17100 und ISO 18587 vor?
Die Vorbereitung auf eine ISO-Zertifizierung ist ein strukturierter Prozess, der weit über das Erstellen von Dokumentenvorlagen hinausgeht. Erfolgreiche Kandidaten starten mit einer kritischen Analyse ihrer bestehenden Prozesse, identifizieren Lücken zwischen dem Ist-Stand und den Normanforderungen und schliessen diese systematisch – bevor ein Auditor das Unternehmen unter die Lupe nimmt.
Welche internen Prozesse müssen vor dem Audit dokumentiert sein?
Vor einem Zertifizierungsaudit nach ISO 17100 müssen mindestens folgende Elemente schriftlich vorliegen: Prozessbeschreibung für den vollständigen Übersetzungsworkflow, Qualifikationsnachweise aller eingesetzten Übersetzer und Revisoren, Vorlagen für Projektdokumentation und Qualitätskontrollprotokolle, Vertrags- und Geheimhaltungsregelungen sowie ein Verfahren für die Behandlung von Reklamationen. Für ISO 18587 kommen hinzu: Dokumentation des eingesetzten MT-Systems, Beschreibung des Post-Editing-Prozesses für beide Stufen (Full/Light) sowie Qualifikationsnachweise der Post-Editoren.
Wie lange dauert die Vorbereitung auf eine ISO-17100-Zertifizierung?
Die Vorbereitungsdauer hängt stark davon ab, wie weit die internen Prozesse bereits strukturiert und dokumentiert sind. Unternehmen, die bereits ein funktionierendes Qualitätsmanagementsystem betreiben, können die Vorbereitungsphase häufig in wenigen Monaten abschliessen. Unternehmen, die ihre Prozesse neu aufsetzen müssen, sollten sechs bis zwölf Monate einplanen. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit LinquaCert ermöglicht eine realistische Einschätzung des Vorbereitungsbedarfs bereits im ersten unverbindlichen Gespräch.
Welche typischen Lücken decken Voraudits bei ISO 18587 auf?
In der Erfahrung von LinquaCert tauchen bei Voraudits für ISO 18587 regelmässig folgende Lücken auf: Das eingesetzte maschinelle Übersetzungssystem ist nicht oder unvollständig dokumentiert. Es fehlen schriftliche Vereinbarungen mit Auftraggebern über die angewandte Post-Editing-Stufe. Die Qualifikationsnachweise der Post-Editoren belegen übersetzerische Kompetenz, aber nicht die spezifischen Kenntnisse in maschineller Übersetzung. Qualitätskontrollprotokolle nach dem Post-Editing fehlen oder sind nicht ausreichend formalisiert. Diese Lücken lassen sich mit gezielter Vorbereitung zuverlässig schliessen.
Welche Rolle spielen KI-Tools und maschinelle Übersetzungssysteme bei der Normeinhaltung?
Der Einsatz von KI-basierten Übersetzungstools stellt Übersetzungsdienstleister vor eine wichtige Frage: Welchem Normpfad folgt ein Auftrag, wenn KI-Werkzeuge im Prozess eingesetzt werden? ISO 18587 gilt dann, wenn der Ausgangspunkt des Zieltextes eine vollständige maschinelle Übersetzung ist. Werden KI-Tools lediglich als Unterstützungswerkzeuge im humanen Übersetzungsprozess eingesetzt (z. B. für Terminologievorschläge oder Qualitätsprüfungen), greift ISO 17100, sofern der Übersetzer den gesamten Zieltext inhaltlich verantwortet. Die korrekte Zuordnung ist für die Normeinhaltung entscheidend und muss im Prozesshandbuch klar geregelt sein.

Häufige Fragen zu ISO 17100 und ISO 18587
Kann ein Übersetzungsdienstleister gleichzeitig nach ISO 17100 und ISO 18587 zertifiziert sein?
Ja. Beide Normen schliessen sich nicht aus, sondern ergänzen sich. Ein Dienstleister kann beide Zertifizierungen parallel führen, sofern er für jeden Workflow getrennte, normkonforme Prozesse dokumentiert und in der Praxis nachweisbar umsetzt. LinquaCert begleitet Dienstleister auf dem Weg zur Doppelzertifizierung.
Gilt ISO 17100 auch, wenn Translation-Memory-Systeme eingesetzt werden?
Ja, ISO 17100 schliesst den Einsatz von Translation Memories nicht aus. Entscheidend ist, dass der menschliche Übersetzer den gesamten Zieltext inhaltlich verantwortet und die Revisionsschritte gemäss Norm durchgeführt werden. Der Einsatz von TM-Systemen allein führt den Prozess nicht in den Anwendungsbereich von ISO 18587.
Wie erfahre ich, ob mein Unternehmen bereits die Voraussetzungen für eine Zertifizierung erfüllt?
Ein unverbindliches Erstgespräch mit LinquaCert gibt Ihnen eine erste Einschätzung. Im Rahmen eines optionalen Voraudits werden konkrete Prozesslücken identifiziert, bevor das eigentliche Zertifizierungsaudit beginnt. So lässt sich der Aufwand realistisch planen und Überraschungen im Audit werden vermieden. Jetzt Kontakt aufnehmen.
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ISO 17100 und ISO 18587 sind kompatibel, ergänzend und gemeinsam im selben Qualitätsmanagementsystem umsetzbar. Für Übersetzungsdienstleister, die ihr Leistungsspektrum gegenüber Unternehmenskunden dokumentiert und nachweisbar erweitern möchten, ist die Doppelzertifizierung ein klarer strategischer Schritt. LinquaCert als unabhängige, akkreditierte Zertifizierungsgenossenschaft aus Zürich begleitet Sie strukturiert vom ersten Gespräch bis zur Übergabe des Zertifikats – und darüber hinaus im laufenden Überwachungszyklus.
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