ISO-Zertifizierung

ISO 17100 Rezertifizierung: Wie erneuern Sie Ihr Zertifikat fristgerecht und ohne Lücken?

Lesezeit: ca. 12 Minuten  |  Autor: Redaktion LinquaCert

ISO 17100
Rezertifizierung
Überwachungsaudit

Ein ISO-17100-Zertifikat ist kein dauerhafter Status, sondern ein zeitlich befristeter Qualitätsnachweis. Für Übersetzungsbüros und Sprachdienstleister bedeutet das: Wer die Norm-Konformität nach ISO 17100 aufrechterhalten will, muss aktiv handeln – durch Überwachungsaudits im laufenden Zertifizierungszyklus und durch eine termingerechte Rezertifizierung vor Ablauf des Zertifikats. Dieser Artikel erklärt Ihnen, welche Fristen gelten, wie das Verfahren konkret abläuft, was bei Nichtkonformitäten passiert und wie Sie Ihre internen Prozesse gezielt auf das Rezertifizierungsaudit vorbereiten.

Kurz zusammengefasst

Die ISO 17100 Rezertifizierung ist das formelle Verfahren, mit dem ein Sprachdienstleister seine bestehende Norm-Konformität nach Ablauf des Zertifizierungszyklus erneuert – in der Regel nach drei Jahren. Zwischen Erstzertifizierung und Rezertifizierung finden üblicherweise jährliche Überwachungsaudits statt, die den Erhalt des ISO-Zertifikats zwischen den Rezertifizierungszyklen sichern. Wer die Frist versäumt oder wesentliche Nichtkonformitäten nicht behebt, riskiert den Verlust des Qualitätsnachweises und muss unter Umständen ein vollständiges Erstzertifizierungsverfahren durchlaufen.

Markus Kukla, LinquaCert

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⚠ Wichtiger Hinweis

ISO 17100 gilt ausschliesslich für Übersetzungsprozesse ohne maschinell erzeugten Übersetzungsoutput. Sobald maschinell erzeugte Übersetzungen manuell nachbearbeitet werden (Post-Editing), ist nicht ISO 17100, sondern ISO 18587 die massgebliche Norm. Beide Bereiche sind klar voneinander abzugrenzen – auch bei der Rezertifizierung.

Das Wichtigste in Kürze

01

Ein ISO-17100-Zertifikat ist in der Regel drei Jahre gültig. Die Rezertifizierung muss rechtzeitig vor Ablauf dieses Zeitraums beantragt werden, damit keine Zertifizierungslücke entsteht.

02

Zwischen zwei Rezertifizierungen finden typischerweise jährliche Überwachungsaudits statt. Diese prüfen, ob die Anforderungen der Norm im laufenden Betrieb eingehalten werden.

03

Die Rezertifizierung ist kein Neustart, sondern eine vertiefte Überprüfung der etablierten Prozesse. Gut dokumentierte interne Abläufe und qualifiziertes Personal sind die wichtigsten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Auditabschluss.

Praxis-Einschätzung der Experten von LinquaCert

„Viele Übersetzungsbüros unterschätzen, wie viel Vorbereitung eine Rezertifizierung erfordert – nicht weil die Anforderungen gestiegen sind, sondern weil im laufenden Betrieb Prozesslücken entstehen, die während der Erstzertifizierung noch nicht existierten. Wer kontinuierlich dokumentiert und die Ergebnisse der Überwachungsaudits konsequent nachverfolgt, erlebt das Rezertifizierungsaudit in der Regel als Bestätigung, nicht als Überraschung.“


1. Was ist die ISO 17100 Rezertifizierung und warum ist sie für Sprachdienstleister verpflichtend?

Die ISO 17100 Rezertifizierung ist das formelle Verfahren, durch das ein Übersetzungsdienstleister nach Ablauf eines Zertifizierungszyklus erneut nachweist, dass seine Prozesse den Anforderungen der Norm erfüllen. Die Norm ISO 17100 legt Mindestanforderungen an Übersetzungsprozesse fest – von der Qualifikation der beteiligten Personen über den Übersetzungs- und Revisionsprozess bis hin zu den Anforderungen an Projektmanagement und Lieferantenverwaltung. Das Zertifikat ist kein einmaliger Status, sondern ein fortlaufend zu pflegender Qualitätsnachweis. Zertifizierungsstellen wie LinquaCert prüfen in regelmässigen Abständen, ob die ursprünglich zertifizierten Bedingungen noch erfüllt sind. Für Sprachdienstleister, die in Ausschreibungen, Rahmenverträgen oder internationalen Projekten auf ihr ISO-Zertifikat verweisen, ist der lückenlose Erhalt des Zertifikats ein wettbewerbsrelevanter Faktor.

2. Wie unterscheidet sich die Erstzertifizierung von der Rezertifizierung nach ISO 17100?

Bei der Erstzertifizierung steht der Aufbau der Nachweisgrundlage im Vordergrund: Prozesse werden dokumentiert, Qualifikationen belegt und das Qualitätsmanagementsystem erstmals einer externen Prüfung unterzogen. Bei der Rezertifizierung hingegen geht es darum, die Wirksamkeit und Kontinuität der bereits eingeführten Massnahmen zu belegen.

Konkrete Unterschiede in der Praxis:

  • Umfang der Dokumentenprüfung: Bei der Rezertifizierung werden zusätzlich zur aktuellen Dokumentation die Ergebnisse der Überwachungsaudits und allfällige Massnahmen zur Beseitigung früherer Nichtkonformitäten geprüft.
  • Schwerpunkt der Auditfragen: Der Auditor konzentriert sich darauf, ob Verbesserungen aus dem laufenden Zyklus umgesetzt wurden und ob keine Prozessdrift stattgefunden hat.
  • Vertrautheit der Auditparteien: Bei einer Rezertifizierung kennen Auditor und Betrieb in der Regel bereits die wesentlichen Strukturen, was den Auditprozess effizienter gestaltet – sofern keine grundlegenden Veränderungen eingetreten sind.
  • Risiko eines Neubeginns: Versäumt ein Betrieb die Rezertifizierungsfrist oder weist wesentliche Nichtkonformitäten auf, kann die Zertifizierungsstelle ein vollständiges Neuverfahren verlangen.

3. Welche Voraussetzungen muss ein Übersetzungsbüro für die Rezertifizierung erfüllen?

Die Grundvoraussetzung ist, dass alle wesentlichen Anforderungen der ISO 17100 im laufenden Betrieb nachweislich erfüllt sind. Darüber hinaus gelten typischerweise folgende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rezertifizierung:

  • Alle im Rahmen von Überwachungsaudits festgestellten Nichtkonformitäten wurden dokumentiert behoben.
  • Die Qualifikationsnachweise aller eingesetzten Übersetzer und Revisoren sind aktuell und vollständig.
  • Der Übersetzungs- und Revisionsprozess wird weiterhin gemäss der Norm durchgeführt – einschliesslich nachweislicher Trennung von Übersetzungs- und Revisionstätigkeit.
  • Das Qualitätsmanagementsystem ist aktuell dokumentiert, und alle relevanten Verfahrensanweisungen spiegeln den tatsächlich gelebten Prozess wider.
  • Der Rezertifizierungsantrag wird rechtzeitig vor Ablauf des bestehenden Zertifikats eingereicht.

4. Welche Dokumente und Nachweise sind für die ISO 17100 Rezertifizierung einzureichen?

Die genauen Anforderungen an einzureichende Unterlagen legt die jeweilige Zertifizierungsstelle fest. Typischerweise umfasst die Dokumentation für eine ISO 17100 Rezertifizierung folgende Elemente:

  • Aktualisiertes Qualitätsmanagementhandbuch mit allen relevanten Prozessbeschreibungen
  • Qualifikationsnachweise der Übersetzer und Revisoren (Abschlusszeugnisse, Nachweise über Berufserfahrung, Nachweise über Fachkenntnisse)
  • Lieferantenverzeichnis und Lieferantenbewertungen, sofern externe Sprachdienstleister eingesetzt werden
  • Massnahmenpläne und Nachweise zur Behebung von Nichtkonformitäten aus vorangegangenen Überwachungsaudits
  • Stichproben abgeschlossener Projekte, die den normenkonformen Ablauf von Übersetzung und Revision belegen
  • Ausgefülltes Rezertifizierungsformular der Zertifizierungsstelle

LinquaCert begleitet Sie bei der Zusammenstellung der Unterlagen und informiert Sie im Vorfeld, welche Nachweise konkret erforderlich sind.

5. Wie läuft ein Rezertifizierungsaudit nach ISO 17100 konkret ab?

Das Rezertifizierungsaudit folgt einem strukturierten Ablauf. Nachfolgend sind die wesentlichen Phasen beschrieben, wie sie bei LinquaCert im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens typischerweise durchgeführt werden. Es handelt sich hierbei um den LinquaCert-spezifischen Ablauf, nicht um eine unmittelbare Vorgabe der ISO 17100 selbst:

  1. Antragstellung und Unterlageneinreichung: Der Sprachdienstleister reicht den Rezertifizierungsantrag sowie alle geforderten Dokumente bei LinquaCert ein. Timing: idealerweise mehrere Monate vor Ablauf des Zertifikats.
  2. Dokumentenprüfung: LinquaCert prüft die eingereichten Unterlagen auf Vollständigkeit und Konformität mit den Normanforderungen. Fehlende oder unvollständige Dokumente werden vor dem Audit-Termin geklärt.
  3. Auditdurchführung (vor Ort oder remote): Der Auditor prüft die gelebten Prozesse, befragt verantwortliche Personen und wertet Stichproben aus abgeschlossenen Projekten aus. Besonderes Augenmerk gilt der Trennung von Übersetzungs- und Revisionstätigkeit sowie der Aktualität der Qualifikationsnachweise.
  4. Auditbericht und Nichtkonformitäten: Nach dem Audit erstellt der Auditor einen Bericht. Festgestellte Nichtkonformitäten werden kategorisiert (wesentlich oder geringfügig) und mit Frist zur Behebung kommuniziert.
  5. Zertifikatausstellung: Nach erfolgreicher Prüfung und – falls nötig – Behebung der Nichtkonformitäten wird das erneuerte ISO-Zertifikat ausgestellt. LinquaCert erinnert Sie zudem an den nächsten Fälligkeitstermin.

6. Welche häufigen Nichtkonformitäten führen beim Rezertifizierungsaudit zum Scheitern?

Nichtkonformitäten beim Rezertifizierungsaudit lassen sich auf wenige wiederkehrende Problembereiche zurückführen. Die folgenden Feststellungen kommen in der Praxis häufig vor:

  • Veraltete oder fehlende Qualifikationsnachweise: Zeugnisse, Diplome oder Erfahrungsnachweise von Übersetzern oder Revisoren sind nicht mehr auffindbar oder entsprechen nicht den Normanforderungen.
  • Fehlende Trennung von Übersetzung und Revision: Ein und dieselbe Person übersetzt und revidiert denselben Text, ohne dass eine unabhängige Zweitkontrolle dokumentiert ist.
  • Prozessdokumentation entspricht nicht der gelebten Praxis: Das Handbuch beschreibt Abläufe, die im Alltag so nicht mehr angewendet werden.
  • Lieferantenbewertungen fehlen oder sind veraltet: Bei Einsatz externer Sprachdienstleister sind Bewertungsverfahren nicht dokumentiert oder nicht nachvollziehbar.
  • Massnahmen aus Voraudits nicht umgesetzt: Nichtkonformitäten aus Überwachungsaudits wurden zwar dokumentiert, aber nicht nachweislich behoben.
  • Falsche Zuordnung maschinell erzeugter Inhalte: Projekte, bei denen maschinell erzeugter Übersetzungsoutput nachbearbeitet wurde, werden fälschlicherweise als ISO-17100-konform deklariert. Solche Prozesse fallen unter ISO 18587.

7. Wie lange ist ein ISO 17100 Zertifikat gültig und wann muss die Rezertifizierung beantragt werden?

Ein ISO-17100-Zertifikat hat in der Regel eine Laufzeit von drei Jahren. Der genaue Ablauftermin ist auf dem Zertifikat vermerkt. Innerhalb dieses Dreijahreszyklus finden üblicherweise jährliche Überwachungsaudits statt, die den laufenden Erhalt der Norm-Konformität überprüfen. Dabei handelt es sich um einen im Zertifizierungsverfahren von Stellen wie LinquaCert üblichen Rhythmus, nicht um eine unmittelbare Vorgabe der ISO 17100 selbst.

Empfohlener Zeitplan: Beantragen Sie die Rezertifizierung mindestens drei bis sechs Monate vor Ablauf des aktuellen Zertifikats. So bleibt ausreichend Zeit für Dokumentenprüfung, Terminkoordination, das Audit selbst und eine allfällige Behebung von Nichtkonformitäten – ohne in eine Zertifizierungslücke zu geraten. LinquaCert erinnert zertifizierte Betriebe aktiv an bevorstehende Fristen.

Illustration zu ISO 17100 Rezertifizierung

8. Welche Kosten entstehen bei der ISO 17100 Rezertifizierung?

Die Kosten einer ISO 17100 Rezertifizierung variieren je nach Betriebsgrösse, Anzahl der eingesetzten Sprachpaare, Umfang der einzureichenden Dokumentation sowie Aufwand des Audits. LinquaCert nennt keine pauschalen Preise, erstellt jedoch auf Anfrage ein unverbindliches Angebot, das auf die spezifische Situation Ihres Unternehmens zugeschnitten ist. Für ein realistisches Bild der zu erwartenden Aufwände empfehlen wir ein unverbindliches Erstgespräch, in dem die relevanten Parameter besprochen werden.

9. Welche Rolle spielen Übersetzer- und Revisor-Qualifikationen bei der Rezertifizierung?

Die ISO 17100 stellt explizite Anforderungen an die Qualifikation der beteiligten Übersetzer und Revisoren. Bei der Rezertifizierung wird geprüft, ob diese Anforderungen weiterhin erfüllt sind – für alle im Auftrag eingesetzten Personen, sowohl interne Mitarbeitende als auch externe Freiberufler.

Die Norm unterscheidet grundsätzlich zwischen:

  • Formaler Qualifikation: Einschlägige Hochschulabschlüsse in Übersetzung oder Fremdsprachen
  • Kombination aus Bildung und Erfahrung: Abschlüsse in anderen Fachgebieten kombiniert mit nachweisbarer Übersetzungserfahrung
  • Nachgewiesener Berufserfahrung: Mehrjährige dokumentierbare Praxis als Übersetzer

Wichtig: Qualifikationsnachweise müssen nicht nur vorhanden, sondern auch auffindbar und dem Auditor auf Anfrage vorlegbar sein. Veraltete, unvollständige oder nicht dokumentierte Nachweise sind ein häufiger Grund für Nichtkonformitäten bei der Rezertifizierung.

10. Wie wirken sich KI-Übersetzungen und Post-Editing auf die Rezertifizierungsanforderungen aus?

Diese Frage ist für die Rezertifizierung von zentraler Bedeutung. Die Abgrenzung ist klar: ISO 17100 gilt für Übersetzungsprozesse, bei denen kein maschinell erzeugter Übersetzungsoutput als Grundlage dient. Sobald maschinell erzeugter Text durch eine Person nachbearbeitet wird (Post-Editing), ist nicht ISO 17100, sondern ISO 18587 die anwendbare Norm.

Für die Praxis der Rezertifizierung bedeutet das:

  • Wenn Ihr Unternehmen beide Arten von Prozessen anbietet – reine Humanübersetzung und Post-Editing maschineller Übersetzungen – müssen diese klar getrennt sein, sowohl operativ als auch dokumentarisch.
  • Projekte, die auf maschinell erzeugtem Output basieren und danach von einem Menschen nachbearbeitet werden, dürfen nicht als ISO-17100-konform deklariert werden.
  • Für Post-Editing-Prozesse ist eine gesonderte Zertifizierung nach ISO 18587 möglich. LinquaCert zertifiziert auch nach ISO 18587.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass ISO 17100 und ISO 18587 derzeit überarbeitet und weiterentwickelt werden. Zukünftige Normenänderungen sollten bei der strategischen Planung berücksichtigt werden – als aktuelle verbindliche Anforderungen gelten jedoch ausschliesslich die heute in Kraft befindlichen Fassungen beider Normen.

Wenn Sie unsicher sind, wie Ihre Prozesse korrekt zuzuordnen sind, empfiehlt LinquaCert ein Erstgespräch zur Klärung vor dem eigentlichen Rezertifizierungsverfahren.

11. Wie bereitet man interne Prozesse gezielt auf das Rezertifizierungsaudit vor?

Eine gezielte Vorbereitung reduziert das Risiko von Nichtkonformitäten und macht das Rezertifizierungsaudit vorhersehbar. Die folgenden Schritte bieten eine praxisnahe Checkliste:

  1. Aktualität der Dokumentation prüfen: Vergleichen Sie Ihr Qualitätsmanagementhandbuch mit den tatsächlich gelebten Prozessen. Passen Sie Verfahrensanweisungen an, wo Abweichungen bestehen.
  2. Qualifikationsnachweise aller Beteiligten zusammenstellen: Erstellen Sie eine vollständige, aktuelle Übersicht über alle eingesetzten Übersetzer und Revisoren inklusive zugehöriger Nachweise.
  3. Massnahmen aus Voraudits abschliessen: Gehen Sie alle Nichtkonformitäten und Empfehlungen aus den Überwachungsaudits durch und stellen Sie sicher, dass jede Massnahme dokumentiert abgeschlossen ist.
  4. Projektstichproben sichern: Halten Sie repräsentative, abgeschlossene Projekte bereit, die den vollständigen normenkonformen Workflow (Übersetzung, Revision, Freigabe) belegen.
  5. Lieferantenbewertungen aktualisieren: Überprüfen Sie, ob alle eingesetzten externen Sprachdienstleister bewertet und dokumentiert sind.
  6. Interne Vorab-Review durchführen: Wenn möglich, simulieren Sie intern einen Auditdurchlauf und identifizieren Sie Lücken, bevor der Auditor kommt.

12. Welche Zertifizierungsstellen führen ISO 17100 Rezertifizierungen durch?

ISO 17100 Rezertifizierungen werden von Zertifizierungsstellen durchgeführt, die in diesem Bereich tätig sind. LinquaCert ist eine unabhängige Schweizer Zertifizierungsstelle mit Sitz in Zürich (Genossenschaft, seit 2003), die auf Sprachdienstleister spezialisiert ist und nach den Verfahrensgrundsätzen von ISO/IEC 17021 arbeitet – ohne selbst akkreditiert zu sein. LinquaCert zertifiziert nach ISO 17100, ISO 18587 sowie ISO 9001 (in Kooperation mit TÜV Süd). Die Spezialisierung auf Sprachdienstleistungen bedeutet, dass die Auditoren mit den spezifischen Prozessen und Herausforderungen von Übersetzungsbüros vertraut sind. Bei der Wahl einer Zertifizierungsstelle sollten Sprachdienstleister darauf achten, ob die Stelle nachweislich Erfahrung mit ISO 17100 mitbringt und transparent über ihr Verfahren informiert.

13. Was passiert, wenn die Rezertifizierungsfrist versäumt wird?

Läuft ein ISO-17100-Zertifikat ab, ohne dass eine Rezertifizierung beantragt und abgeschlossen wurde, verliert das Zertifikat seine Gültigkeit. Dies hat unmittelbare praktische Konsequenzen:

  • Das Unternehmen darf das ISO-17100-Zertifikat nicht mehr im Geschäftsverkehr verwenden oder gegenüber Kunden geltend machen.
  • Bei Ausschreibungen oder Rahmenverträgen, die ein gültiges Zertifikat voraussetzen, kann der Qualitätsnachweis nicht mehr erbracht werden.
  • Abhängig vom zeitlichen Versatz und den Vorgaben der Zertifizierungsstelle kann ein vollständiges Neuverfahren (Erstzertifizierung) notwendig werden, anstatt einer vereinfachten Rezertifizierung.

LinquaCert erinnert zertifizierte Unternehmen aktiv an bevorstehende Fälligkeitstermine. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme – mehrere Monate vor Ablauf – vermeidet Zertifizierungslücken zuverlässig.

14. Wie lässt sich die ISO 17100 Rezertifizierung mit anderen Normen wie ISO 9001 kombinieren?

Viele Übersetzungsdienstleister betreiben parallel zur ISO-17100-Zertifizierung auch ein ISO-9001-zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem. Eine kombinierte Rezertifizierung – bei der beide Normen im Rahmen eines koordinierten Auditverfahrens überprüft werden – ist grundsätzlich möglich und in der Praxis ressourceneffizient.

LinquaCert bietet die ISO-9001-Zertifizierung in Kooperation mit TÜV Süd an und kann Kombinationsszenarien mit ISO 17100 und ISO 18587 im Gespräch klären. Die Kombination bietet folgende Vorteile:

  • Effizienz: Gemeinsame Auditphasen reduzieren den internen Vorbereitungsaufwand.
  • Synergien in der Dokumentation: Viele Anforderungen beider Normen überschneiden sich im Bereich Prozessdokumentation, Risikomanagement und Lieferantenbewertung.
  • Stärkere Marktposition: Die Kombination mehrerer Norm-Konformitätsnachweise kann bei Ausschreibungen und im internationalen Geschäft einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil bieten.

ISO 17100 Rezertifizierung im Überblick: Vergleich Überwachungsaudit vs. Rezertifizierungsaudit

Merkmal Überwachungsaudit Rezertifizierungsaudit
Zeitpunkt Typischerweise jährlich innerhalb des Zertifizierungszyklus Vor Ablauf des Zertifikats (i.d.R. nach 3 Jahren)
Ziel Laufende Konformität sicherstellen Zertifikat für neuen Zyklus erneuern
Umfang Stichprobenartige Prüfung ausgewählter Bereiche Vollständige Überprüfung aller normenrelevanten Bereiche
Ergebnis Auditbericht, ggf. Massnahmenpflicht Erneuertes ISO-Zertifikat oder Nichtkonformitätsbehebung
Zertifikat neu ausgestellt? Nein Ja
Risiko bei Versäumnis Nichtkonformität, mögliche Zertifikatssuspendierung Zertifikatsverlust, mögliches Neuverfahren

Hinweis: Der dargestellte Zyklus beschreibt den bei LinquaCert üblichen Ablauf. Die ISO 17100 selbst schreibt keine konkreten Auditrhythmen vor.

Illustration zu ISO 17100 Rezertifizierung

Häufige Fragen zur ISO 17100 Rezertifizierung

Kann ich die Rezertifizierung bei einer anderen Zertifizierungsstelle als der ursprünglichen durchführen lassen?

Grundsätzlich ist ein Wechsel der Zertifizierungsstelle möglich. Die neue Stelle führt in der Regel eine vollständige Bewertung durch, da sie keinen Zugriff auf frühere Auditunterlagen hat. Ein Wechsel kann daher einem Neuverfahren nahekommen und sollte frühzeitig geplant werden.

Muss das Rezertifizierungsaudit zwingend vor Ort stattfinden?

Ob ein Audit vor Ort oder remote durchgeführt wird, hängt vom Verfahren der Zertifizierungsstelle ab. LinquaCert bietet je nach Situation beide Optionen an. Remote-Audits sind möglich, sofern alle relevanten Unterlagen und Prozesse nachvollziehbar zugänglich gemacht werden können.

Was passiert, wenn mein Unternehmen während des laufenden Zertifizierungszyklus gewachsen ist?

Wesentliche Veränderungen – wie neue Standorte, Sprachpaare oder grundlegend veränderte Prozesse – sollten der Zertifizierungsstelle zeitnah gemeldet werden. Sie können den Auditumfang bei der Rezertifizierung beeinflussen und erfordern unter Umständen eine Anpassung des Zertifizierungsumfangs.

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LinquaCert begleitet Übersetzungsbüros und Sprachdienstleister durch jeden Schritt der ISO 17100 Rezertifizierung – von der ersten Unterlagensichtung bis zur Ausstellung des erneuerten ISO-Zertifikats. Als unabhängige Zertifizierungsstelle mit Spezialisierung auf Sprachdienstleistungen liefern wir transparente Auditprozesse und benchmarkfähige Ergebnisse. Nehmen Sie jetzt unverbindlich Kontakt auf – wir klären gemeinsam, welche Schritte für Ihre Rezertifizierung notwendig sind und erstellen Ihnen ein massgeschneidertes Angebot.

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